Das Wochenende bringt Frost und starken Wind
Winter-Unwetter zieht ins Land
Am Samstag (09.01.10) legt der Winter in NRW noch einmal zu. Überall im Land soll es kräftig schneien, dazu weht ein eiskalter Wind. Der Deutsche Wetterdienst hat eine Unwetterwarnung herausgegeben und rechnet mit erheblichen Verkehrsbehinderungen.
Sisyphos-Arbeit am Samstag
In der Nacht zu Samstag (09.01.10) schneit es in NRW zunächst nur vereinzelt, ab Mitternacht wird der Schneefall dann aber immer stärker. "Los geht es in der Eifel und im Sauerland. Am Vormittag erreicht die Schneefront das Rheinland und den Niederrhein", sagt WDR-Wetterexpertin Rebekka Krampitz. Mit dem Schnee strömt auch kalter Wind nach Nordrhein-Westfalen. "Da ist Windstärke sieben bis acht drin", sagt Krampitz weiter. Die Temperaturen sollen nicht weiter absinken. "Aber durch den Wind fühlt sich alles erheblich kälter an."
Der Deutsche Wetterdienst hat eine Unwetterwarnung herausgegeben. Die Meteorologen rechnen mit Schneeverwehungen und erheblichen Verkehrsbehinderungen. Straßen und Schienen könnten unpassierbar sein, Bäume unter der großen Schneelast zusammenbrechen.
Tief Daisy droht mit Schnee und Sturm [WDR extra]
Polizei: Auto stehen lassen
Auto besser stehen lassen
In welchen Landesteilen es besonders viel schneien wird, lasse sich derzeit noch nicht absehen. "Gewöhnlich kommt in Ostwestfalen und im Bergischen Land mehr vom Himmel als im Rheinland und am Niederrhein", sagt Krampitz. Aber angesichts der aktuellen Wetterdaten sei noch keine genaue Prognose möglich. Auch ein heftiger Schneesturm ("Blizzard"), vor dem einige Meteorologen warnen, sei prinzipiell möglich. "So eine extreme Entwicklung ist allerdings eher unwahrscheinlich." Auf jeden Fall sollten sich Autofahrer am Samstag besonders viel Zeit nehmen und jederzeit mit Behinderungen durch Glatteis und Schneeverwehungen rechnen. Die Polizei Paderborn empfiehlt sogar, das Auto völlig stehen zu lassen. "Sämtliche Fahrer müssen sich ihrer Verantwortung für sich selbst, ihre Mitfahrer und alle anderen Verkehrsteilnehmer bewusst sein", so ein Sprecher.
Auch Jürgen Weiß vom WDR Wetterstudio in Bochum rät vom Autofahren ab: "Selbst wenn der Räumdienst kommt, ist es gut möglich, dass die Straße wegen der Verwehungen direkt danach wieder verschneit ist." Die Wetterlage am Samstag sei ungewöhnlich und bemerkenswert: "Es wird im Flachland zwar nur zwischen fünf und zehn Zentimeter Neuschnee geben, aber durch die stürmischen Böen kann sich dieser schnell mal auf einen halben Meter auftürmen."
Reisende sollten früher aufbrechen
Eiskalte Kulturstadt
Keine rosigen Aussichten also für die Besucher der Kulturhauptstadt-Eröffnungsfeier am Samstag (09.01.10) auf Zeche Zollverein in Essen. Schon bei der Anreise sollten sie Verzögerungen mit einplanen. "Dass der Verkehr zum Beispiel wegen gefrorenen Weichen und glatten Straßen behindert wird, ist so gut wie sicher", warnt Wetterexpertin Krampitz. Außerdem empfiehlt sie den Gästen warme Kleidung.
Weil Flugausfälle nicht ausgeschlossen werden, können Passagiere am Düsseldorfer Airport an diesem Wochenende kein Gepäck am Vorabend ihrer Reise einchecken. Außerdem empfahl ein Flughafensprecher allen Reisenden, sich über die aktuellen Flugdaten zu informieren. Die Deutsche Bahn hat am Wochenende in NRW zusätzlich 100 Mitarbeiter in Bereitschaft versetzt, um vereiste Zugtüren, Weichen und Signale wieder in Gang zu setzen.
Salzversorgung voraussichtlich gesichert
Stark befahrene Strecken haben Vorrang
Nach Angaben von Verkehrsminister Lutz Lienenkämper (CDU) werden die Vorräte an Streusalz in NRW für das Wochenende voraussichtlich noch ausreichen. Derzeit lagerten noch rund 50.000 Tonnen Salz in den Vorratshallen, etwa 70.000 Tonnen wurden bislang in diesem Winter auf die Straßen gebracht. "Im Zweifel werden vorrangig die besonders stark befahrenen Strecken des überörtlichen Straßennetzes gestreut", sagte Lutz Lienenkämper am Freitag (08.01.10). Falls es zu Engpässen kommen sollte, stelle notfalls der Landesbetrieb Straßen den Städten und Gemeinden Salz zur Verfügung.
Auch Privatpersonen setzen offenbar immer häufiger Salz ein. Mehrere große Lebensmittel-Ketten melden eine "verstärkte Nachfrage" nach Küchen-Salz.
Bilderbuchwetter am Sonntag?
Trotz aller Wetterwarnungen - es gibt auch rundum gute Nachrichten. Am Sonntag (10.01.10) lässt der Wind nach, manchmal kann sich sogar die Sonne blicken lassen. "Dann gibt es für Wintersportler einfach ideale Bedingungen. Tauwetter ist überhaupt nicht in Sicht", sagt Krampitz. Der Neuschnee bleibt wohl noch eine ganze Weile liegen.